Wie wir unser Recruiting trotz Corona gerockt haben

31. Mai    Sophie Müller

Die schnelle Ausbreitung von Covid-19 und die darauffolgenden Einschränkungen kamen für uns alle sehr überraschend.

Als unsere Universität die Einstellung des Betriebes bekanntmachte, stellte dies unseren Verein vor eine Reihe von Fragen. Wir befanden uns zum damaligen Zeitpunkt kurz vor dem Abschluss unseres geplanten Recruiting-Prozesses. Nun traten andere Thematiken in den Vordergrund: Würde es sich lohnen, in diesem Semester ein Recruiting durchzuführen? Welche Auswirkungen würde das Virus auf unsere Mitgliedergewinnung haben? Und wie würden wir die digitale Ausführung eines Assessment Centers am besten gestalten?

 

Nach einigen Gesprächen wurde uns jedoch klar, dass sich hinter jedem Problem auch eine Chance verbirgt und wir motiviert waren, neue Ansätze auszuprobieren 

So begannen wir, an einem neuen Konzept für unsere Mitgliedergewinnung zu arbeiten und die Prozesse umzustellen. Diese bestanden aus einer Vielzahl von Präsenzveranstaltungen wie der Erstibegrüßung, verschiedenen Events und Infoveranstaltungen.  

In den vorherigen Semestern konnte unser Verein gerade durch Präsenz in den Vorlesungsbesuchen neue Mitglieder gewinnen. Um diesen wichtigen Aspekt des Recruiting-Prozesses nicht außer Acht zu lassen, haben wir zu verschiedenen Dozenten unserer Universität Kontakt aufgenommen und ihnen die aktuelle Lage geschildert. Viele haben sich daraufhin bereiterklärt, ein Vorstellungsvideo unseres Vereins in ihre Vorlesungen zu integrieren oder diese als Datei auf einer Lernplattform hochzuladen.  

Auch die klassische Infoveranstaltung zu Beginn des Semesters, welche uns sonst die Möglichkeit bot, viele potenzielle BewerberInnen kennenzulernen, musste abgesagt werden. Nun waren wir auf der Suche nach einem Informationsportal, welches uns eine ähnliche Plattform bieten würde. Auf diese Weise kamen wir zu dem Entschluss, unsere Präsenz auf Social Media-Kanälen wie Instagram und Facebook stark zu erweitern. Folglich haben wir in der ersten Phase unseres Prozesses an Strategien gearbeitet, welche den Facettenreichtum unseres Vereins nach außen repräsentieren. Ebenfalls wichtig war es, kontinuierlichen Content zu veröffentlichen, welcher den Zusammenhalt von Capufaktur auch in Zeiten von Corona 

aufzeigt. Während der gesamten Mitgliedergewinnung standen wir in engem Kontakt mit allen Mitgliedern des Vereins und haben gemeinsam an Ideen gearbeitet. Anhand vieler Bilder konnten wir Einblicke in unsere Arbeit aus dem HomeOffice geben. Des Weiteren haben wir auch Videoprojekte gestartet, in denen sich Personen aus unserem Verein vorgestellt und von ihren Erfahrungen bei uns berichtet haben. Auf diese Art konnten wir zeigen, dass unser Vereinsgefühl auch während Corona erhalten bleibt.   

Ein wichtiges Projekt in der Recruiting-Phase war die Vorstellung unseres Vereins auf dem Instagram-Account der Universität Greifswald. Zwei Tage lang hatten wir die Chance, den Followern der Universität einen Einblick in den Verein Capufaktur zu geben. Durch verschiedene Vorstellungsvideos und Erfahrungsberichte konnten wir unsere Reichweite weiter vergrößern. So konnten wir zeigen, wer wir sind, was unsere Projektarbeit ausmacht und wie unser Verein intern sowie extern arbeitet. 

Ein wichtiger Bestandteil eines Anfangs jeden Studiums hat noch gefehlt: Die ErstiwocheAuch dafür bot sich uns eine Lösung, denn wir hatten die Möglichkeit, einen digitalen ,,Markt der Möglichkeiten‘‘ mitzuorganisieren. Dieser bietet Studierenden aus ganz Greifswald die Möglichkeit, sich über studentische Vereine und Initiativen zu informieren. Auch wir waren dabei und konnten uns mit potenziellen BewerberInnen austauschen. 

Nach erfolgreichem Abschluss der Bewerbungsphase, stand uns nun die Organisation eines digitalen Assessment Centers bevor. Da auch dieses in den letzten Jahren immer physisch durchgeführt wurde, mussten wir an einer digitalen Umgestaltung arbeiten. Durch die erfolgreiche Durchführung des Recruiting-Prozesses, waren wir umso motivierter. Nachdem die Einladungen zum Assessment Center versendet wurden, teilten wir die BewerberInnen in 3erGruppen ein. Da uns eine funktionierende Gruppendynamik sehr wichtig war, hatten die BewerberInnen einen Tag Zeit, um sich kennenzulernen, bevor wir ihnen eine 48h Case Study zugeschickten. Diese sollte von den Gruppen am ersten Tag des Assessment Centers via PowerPoint-Präsentation vorgestellt werden. Pro Gruppe übernahmen zwei Mitglieder von uns die Rolle eines Kunden/einer Kundin, welche die BewerberInnen während der Präsentation entweder mit überraschenden Aktionen oder Fragen einige Hürden konfrontierten. Am zweiten Tag des Assessment Centers fanden parallel immer zwei Einzelgespräche statt. Auf ,,BigBlueButton‘‘ hatten wir im Voraus zwei Räume erstellt und die dazugehörigen Links an die BewerberInnen geschickt, die sich dann zu ihrem Termin in den Räumen einfinden konnten. Auch am zweiten Tag konnten wir alles ohne Komplikationen durchführen.    

Nachdem die Zusagen verschickt hatten, durften wir in der letzten Woche unsere neuen Trainees im Verein begrüßen. Was uns besonders gefreut hat war, dass sich die Zahl der BewerberInnen nur geringfügig von den Zahlen der letzten Sommersemester unterscheidet.  

Dies hat uns einmal mehr gezeigt, dass sich die Recruiting-Phase gelohnt hat und wir Jedem empfehlen würden, auch in schwierigen Zeiten wie Corona offen für neue Ansätze zu sein. Unsere kreative Umsetzung der Mitgliedergewinnung brachte auch andere positive Effekte mit sich: Durch die Integration des ganzen Vereins in die Recruiting-Phase konnte der Verein noch näher zusammenwachsen.